Lieder fuer die Seelenreise

Vorurteile

 

Wie leicht ist es doch ,

ein Urteil ueber einen Anderen zu faellen

und wie erschreckend ,das es oft so schnell geschieht.

Vielleicht an der Art,

wie derjenige spricht,wie er sich kleidet,wie er sich gibt,

so schnell hat unser Kopf,unser Gehirn

es durch sein Raster aus Erinnerungen,Erfahrungen

und Rueckschluessen laufen lasssen,

wie ein Frachtstueck,

aufgewogen,abgewogen und mit einem Stempel versehen,

nicht mehr korrigierbar oder rueckrufbar,

da schon gewertet und ausgesandt.


Wenn wir jedoch so vorschnell urteilen

ohne unser Bewusstsein und unser Herz zu befragen,

koennen wir einen unwiderrufbaren Fehler begehen.

Unser vorschnelles Urteil nimmt jenem Menschen die Chance,

uns mehr von seinem wahren Ich ,

seiner Person und all seinen verschiedenen Facetten zu zeigen

aber auch wir selbst

bringen uns vielleicht um eine nicht wiederkehrende Gelegenheit,

etwas nicht Erwartetes zu entdecken

oder vielleicht eine Freund zu gewinnen,

da unser Urteil jedwede Chance auf ein naeheres Zugehen vertan hat.


Wir sollten uns bemuehen,

uns die Zeit nehmen,die uns in der heutigen Welt so oft fehlt,

um unter die verschiedenen Schichten eines Menschen zu schauen.

Fuer viele scheint dies reine Zeitverschwendung,

wieviel leichter ist es doch jemanden rasch in Raster zu stecken

und ihn abzuurteilen.


Es kann jedoch geschehen,

wenn wir uns die Zeit nehmen,jemanden wirklich kennenlernen zu wollen,

das sich dabei ungeahnte Ueberraschungen auftun,

und dies oftmals fuer beide Seiten.


Manch` Einer erscheint arrogant

aber bei naeherem Hinsehen,

verbirgt sich eine schuechterne Seele hinter jener Fasade,

darauf wartend,das jemand kommt,

um ihn aus seiner Einsamkeit zu befreien,

die er sich mit jener Fasade errichtet hat.

Oder der Immergutgelaunte ,stets zu Spaessen aufgelegt,

wer erahnt schon die Traenen hinter der Maske,

jener Mensch,der stets darum bemueht andere aufzuheitern

und doch selbst des Trostes beduerfte.


Manch` einer praesentiert sich bei der ersten Begegnung als grob und ungehobelt

vielleicht hatte er aber nur einfach einen schlechten Tag.

Versuche das Gute in einem Menschen zu sehen,

denn dann hat es vielleicht die Moeglichkeit

irgendwann zu Tage zu treten und gelebt zu werden.


Wenn wir jemanden stets auf das Hier und Jetzt festlegen,

so wie er gerade ist oder sich verhaelt,

dann verweigern wir ihm jedes Zugestaendniss auf Weiterentwicklung

in seinem ganz persoenlichen Lebensprozess.


Wenn wir aber das in ihm sehen,was er sein koennte,

das heisst,das Gute in ihm erkennen,

seine Faehigkeiten,Begabungen und Potentiale,

dann koennen wir ihm dazu verhelfen,

das zu werden,was er sein koennte.

Sollte uns dies jedoch schwerfallen,

sollten wir uns daran erinnern,

das auch wir nicht begrenzt,festgelegt oder beurteilt werden wollen,

das auch wir uns wuenschen,

das andere uns frei lassen

und uns so die Moeglichkeit geben,

unser Bestes in uns voll und ganz zu entfalten,

dankbar darueber einfach nur wir selbst sein zu duerfen,

ohne Verurteilungen und Begrenzungen .


So sollten wir dies stets bedenken

wenn wir einem zu raschen Urteil

ueber jemanden verfallen.


Sabine Wink


Sabine Wink
Copyright © 2008 by Sabine Wink



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